28. Mai 2011

Ohne Strom in die Katastrophe - neueste Studie des KIT

Bildquelle: fotolia.com
Aktuelle Studie belegt die Abhängigkeit technisierter Gesellschaften von sicheren Stromnetzen. 


Strom ist allgegenwärtig: Telefon, Kühlschrank und Licht funktionieren dank ständiger Energiezufuhr. Wir sind ange-wiesen auf eine unterbrechungsfreie Stromversorgung für Ampeln, U-Bahnen und Wasserwerke, Krankenhäuser, Computer und Industrieproduktion. Welche katastrophalen Folgen ein großflächiger und langandauernder Stromausfall hätte, zeigen KIT-Forscher in ihrer Studie, die heute in Berlin im Rahmen einer Veranstaltung des Innen- sowie des Forschungsausschusses des Deutschen Bundestages vorgestellt wird. 

I
n den letzten Jahren haben Stromausfälle in Europa und Nordamerika einen nachhaltigen Eindruck von der Verletzbarkeit moderner Gesellschaften gegeben“, erläutert Studienleiter Thomas Petermann vom Karlsruher Institut für Technologie die Ausgangslage. So wurde aufgrund eines Stromausfalls im kanadischen Ontario im August 2003 für eine Woche der Notstand ausgerufen. Im Münsterland war im November 2005 eine viertel Million Menschen bis zu sieben Tage vom Stromnetz abgeschnitten. Damit einher gingen der Ausfall von Haushaltstechnik wie Telefon, Heizung und Fernsehen sowie Versorgungsengpässe bei Nahrung und Wasser.




Obwohl die Unterbrechung der Stromversorgung allenfalls einige Tage andauerte und begrenzt auftrat, zeigten sich massive Funktions- und Versorgungsstörungen, Gefährdungen der öffentlichen Ordnung sowie Schäden und Produktionsausfälle in Milliardenhöhe. Bei einem großflächigen und länger andauernden Stromausfall wäre eine Potenzierung dieser Effekte mit dramatischen Konsequenzen zu erwarten.


„Eine detailierte, systematische Analyse der Folgen haben wir nun vorgelegt“, sagt Petermann, der stellvertretend auch das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag leitet. „Wir haben untersucht, wie sich ein langandauernder und großflächiger Stromausfall auf die Gesellschaft und ihre kritischen Infrastrukturen auswirken könnte und wie Deutschland auf eine solche Großschadenslage vorbereitet ist.“ Die Studie trägt den Titel „Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung“.

Im Ernstfall würde laut Studie bereits nach wenigen Tagen im betroffenen Gebiet die bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern und Dienstleistungen zusammenbrechen. Ein Stromausfall würde die sofortige Unterbrechung der Kommunikation via Telefon und Fernsehen bedeuten, die Produktion in Betrieben läge still. Wenn nach einigen Stunden auch die Batterien leer sind und die Notstromaggregate keinen Kraftstoff mehr hätten, wären auch Handys unbrauchbar und in Krankenhäuser die Intensiv- und Dialysestationen kaum noch zu betreiben.

Die öffentliche Sicherheit wäre ernstlich gefährdet, der grundgesetzlich verankerten Schutzpflicht für Leib und Leben seiner Bürger kann der Staat nicht mehr gerecht werden.
 
[lesen Sie die gesamte Pressemitteilung] 
Bereits mehrfach habe ich in den letzten 11 Monaten auf das Thema hingewiesen und viele Artikel darüber geschrieben. Insbesondere in dem Special - Sonnensturm, Polumkehrung, Stromausfall - Geht mich das was an und was kann ich tun? 

Nun gibt es eindlich eine 136 seitige Studie des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) die ebenso wie die bereits 2008 und 2009 verfasste Studie der National Academy of Sciences (Severe Space Weather Events--Understanding Societal and Economic Impacts) die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen auf unser komfortables, elektronik gesteuertes Leben. 

Es freut mich daher umso mehr, dass gerade jetzt diese Studie erschienen ist und im Deutschen Bundestag vorgestellt wurde. Spätestens jetzt müsste dem letzten Skeptiker der immer noch denkt, der Staat wirds schon richten und bei uns kann das nie passieren, ein Licht aufgehen und vorsorge betreiben. 

Der gesamte Bericht (Wahlperiode 17, Dokumentnummer 5672) ist online beim Bundestag zugänglich unter 
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/056/1705672.pdf

Kommentare:

  1. http://www.bild.de/politik/inland/atomkraftwerk/blackout-horror-szenario-das-droht-wenn-der-strom-ausfaellt-18126380.bild.html


    alle reden davon, aber keiner will warhaben das es passieren kann. Lg hansdeutscher

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  2. Jetzt sollte man sich davor hueten, in allgemeine und tiefe Panik darueber zu verfallen, wie abhängig unser Lebensstil von der geregelten Stromversorgung abhängt. Das ist natuerlich richtig, wichtig wären aber Maassnahmen. Sollte sich jeder ein solar kit besorgen? Habe ich bereits erledigt, das meinige besorgte ich hier: www.solar-baar.ch

    Von grösserer Wichtigkeit wäre aber in Deutschland ein Rueckwendung zur Atomkraft. Die Energiewende hat DE nur in eine noch grössere Abhängigkeit von Russland und dem russischen Gas und eine Revolution der Braunkohle beschert. Braunkohle ist bekanntlich einer der grössten CO2-Klimaschurken und Russland - auch aktuell - als gelinde gesagt instabiler Partner zu bewerten. Vom Regen in die Traufe.

    Also: zurueck zur Atomkraft und dem Beispiel Frankreichs folgen!

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..."Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nie zu säen.
Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf Erden.
Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde."
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Napoleon Bonaparte (1769-1821) über die Deutschen