21. Januar 2015

Das Narrenschiff

Dieser Song von Reinhard Mey von 1994 bringt perfekt unsere derzeitige Situation in der Politik und Gesellschaft auf den Punkt. Oder besser gesagt, immer noch. - Das Narrenschiff 


Text zum mitsingen für unsere Politker.

Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm,
Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm -
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.

Und Rollen und Stampfen und schwere See,
Die Bordkapelle spielt „Humbatäterä“,
Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.

Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert,
Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert,
Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten.

Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum,
Und Elmsfeuer züngeln am Ladebaum,
Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten!

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig um SOS zu funken.
Klabautermann fährt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus – und Kurs aufs Riff.

Am Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfaltspinsel.

Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,
Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
Auf die Sandbank, bei der wohl bekannten Schatzinsel.
Die andern Zuhälter und Geldwäscher, die warten schon,
Bordellkönig, Spielautomatenbaron,
Im hellen Licht – niemand muss sich im Dunkeln rumdrücken…

In der Bananenrepublik wo selbst der Präsident
Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig um SOS zu funken.
Klabautermann fährt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus – und Kurs aufs Riff.

Man hat sich glatt gemacht, man hat sich arrangiert.
All die hohen Ideale sind havariert,
Und der große Rebell, der nicht müd wurde zu streiten,
Mutiert zu einem servilen, giftgen Gnom
Und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann
In Rom Seine Lieder, fürwahr: Es ändern sich die Zeiten!

Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm,
gekauft, narkotisiert und flügellahm,
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen.
Und eitle Greise präsentiern sich keck
Mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen!

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig um SOS zu funken.
Klabautermann fährt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus – und Kurs aufs Riff.

Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier.
Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir.
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.

Jeder kann es sehen – aber alle sehen weg,
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht.
Sie ziehn wie lemminge in willenlosen Horden.

Es ist, als hätten alle den Verstand verlorn,
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschworn,
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig um SOS zu funken.
Klabautermann fährt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus – und Kurs aufs Riff.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig um SOS zu funken.
Klabautermann fährt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus – und Kurs aufs Riff.

-the end-

Kommentare:

  1. https://www.youtube.com/watch?v=BU9w9ZtiO8I
    Reinhard Mey - Sei wachsam (live)

    sei wachsam und bewahre dir deinen Mut und …und ja, na ja der Frieden in uns kann nur durch uns bewahrt werden, wer verurteilt wird nur Hass entwickeln, ganz gleich was der andere tut, der Frieden ist ein Resultat dessen was wir in uns lebendig werden lassen können aber eben nur dann, wenn wir alles was auf Erden hier passiert nur noch als Betrachter wahrnehmen, ohne Vorstellung wie er, sie,es, ich zu sein hat. Solange jeder an jedem anderen zieht, solange wird es nur Auseinandersetzungen in einem selber geben. Der Friede ist der Weg und der beginnt in einem selber, sei wachsam..

    Katja

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  2. Ja, es ist ein wirklich riesengroßes Narrenschiff.
    Einen Ausweg gibt es nur, wenn ich mir der Polaritäten bewusst werde und mich auf meine wahre Heimat in mir selbst besinne.
    Ich möchte mich gerne den wunderbaren Schlussworten von Dieter Broers aus seinem neuesten Buch "Der verratene Himmel" anschließen:

    "Auch wenn diese Welt zur Zeit innerhalb der Matrix noch den parasitären Kräften gehören mag, so gebe ich ihnen keine Resonanzfläche mehr als Nahrung. Sondern ich vertraue dem Allschöpfer und beziehe voller Hingabe und Liebe meine Heimat im göttlichen Selbst..."

    Alles Liebe Petra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sorry, wenn schon ein Zitat aus dem Buch, dann auch richtig: Es heißt nicht Kräfte sondern Mächte.

      Alles Liebe Petra

      Löschen

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..."Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nie zu säen.
Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf Erden.
Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde."
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Napoleon Bonaparte (1769-1821) über die Deutschen